20.08.2008

Ellingson geplatzt

Heute früh fand man in der Arbeitszentrale in Norwegen die barbarisch verstümmelten Überreste von Erling Ellingson in seinem Büro. Daneben lag ein angefressener Ring Fleischwurst vom Edeka. Experten schätzen nun, dass Ellingson durch deren Verzehr einen Magenüberdruck aufbaute und dadurch implodierte.

19.08.2008

Nintendo lässt die Bombe platzen!

"Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir mit der Ankündigung warten bis wir wissen ob es funktioniert. Und verdammt: Das tut es!". Es ist schwer die Euphorie von Multimillionär und Tetris-Erfinder Alexey Pjitnov in diese Worte zu packen, aber uns erfüllt ein kleiner Schauer der Vorfreude über das, was wir hören und vor allem sehen zu bekommen werden. In einem kleinen Raum abseits des 2000qm eigens für Nintendo gepachteten Messegeländes.

Wir folgen also Pjitnov, der mit uns in einem Hinterzimmer verschwindet.
Zuerst werden wir ein wenig ernüchtert über die Spärlichkeit des schwach beleuchteten Raumes, bis unser Blick auf eine Wii fällt. Und auf den Bildschirm darüber.

"Tetris Wars"

"Das ist nur der Arbeitstitel", lacht Pjitnov. "Wartet nur bis ihr es seht!" Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und schwingen uns an die Controller. Etwas irritiert finden wir uns in einer Art Charaktererstellung wieder. "Könnt ihr euch ein MMORPG im Tetris-Universum vorstellen? Wir zuerst auch nicht!" Wir sind erstmal etwas verwirrt ob der gesprochenen Worte und erstellen gebannt einen ersten Charakter. Wir entscheiden uns für einen 4-Block-Stein mit den zwei Startfähigkeiten "Schneller Stampf" und "Verbesserte Zeitstopps". Alexey Pjitnov erzählt uns nebenbei, dass es später keinen Block wie den anderen geben wird. Angeblich wird Individualität hier groß geschrieben! Toll!

Nach der Charaktererschaffung landen wir in einem Gebiet, welches so später nicht mehr im Spiel vorhanden sein soll.
"Derzeit sind wir in einer Konzeptionsphase des Geländes. Aber wir haben extra für euch etwas vorbereitet!"
Und was sie vorbereitet haben! Vor uns tut sich eine atemberaubende Landschaft auf. Eine Weitsicht, wie sie uns damals Halo versprochen hat, ist nun Realität. Um uns herum bewegen sich unwirkliche Bäume in surrealen Felsformationen. Wie so ein Tetris-Block in eine belebte Umwelt gelangt, wollen wir wissen. Und, ob es den Spielern nicht etwas zu gewagt wäre, sich auf diese Art Spiel einzulassen. Pjitnov antwortet selbstsicher: "Wir wussten, dass wir einen Schritt in die richtige Richtung gehen! Das Tetris-Universum hat eine enorme Vielfalt an Originalität und wir möchten einfach die ersten sein, die wieder etwas innovatives wagen!"

Und er hat recht: Bereits nach wenigen Minuten ging uns die intuitive Steuerung wie von der Hand. Es scheint zwar zuerst, als müsste man sich als gestandener Konsolenspieler einer radikalen Umgewöhnung stellen, wenn die Blöcke durch die Gegend sausen, aber Nintendo hat das einfach wunderbar gelöst.

Was uns ins Auge sticht: Es gibt keine Gegner. Von Pjitnov erfahren wir, dass ausschließlich die Spieler die Welt bevölkern werden. "Tetris Wars" soll ab dem Erscheinungszeitpunkt jeder neu gekauften Wii beiligen. Und nicht nur das : auch bestehende Wii-Besitzer werden sich das Spiel dann sehr kostengünstig online herunterladen können. "Wir wollen, dass es das am dichtesten bevölkerte MMOPRG wird, das jemals erschienen ist!" - Und wir sind von der Euphorie angesteckt! Wir stürzen uns sofort ins PvP (Player versus Player), denn Pjitnov hat extra für uns einige weitere Mitspieler ans Netz gelassen. Eine derartige Physik und solch bombastische Kollisionseffekte hatten wir bis dato nicht gesehen. Wenn die Blöcke gegeneinanderprallen und bei jeder Spezialfähigkeit ein Effektfeuerwerk abgefeuert wird, dann macht das einfach Spass! Bemerkenswert ist vor allem, dass hier nicht von der Konkurrenz geklaut wird. Das PvP ist nichts für sanfte Gemüter! Bei einem Tod verliert der eigene Charakter einen Großteil der bisher gewonnen Erfahrung und all seine Ausrüstung. Ausrüstung? Ja, denn die Blöcke in "Tetris Wars" werden im inneren durch eine komplizierte Technik gesteuert. Diese gilt es aufzurüsten und zu optimieren. Die Entwickler versprechen uns mehr als 10.000 verschiedene Ausrüstungsgegenstände.

Nach gut 30 Minuten mussten wir Nintendo auch schon wieder verlassen um uns ins Messegetümmel zu stürzen. Das mit Alexey Pjitnov geführte Interview wollen wir euch aber nicht vorenthalten:

: "Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Tetris Wars zu entwickeln?"

Pjitnov: "Die Tendenz auf dem Spielemarkt entwickelt sich derzeit dahin, dass jeder ein MMO entwickelt und kaum eine klassische Namenslizenz dafür unbeachtet bleibt. Da haben wir einfach 1 und 1 zusammengezhält und es kam die Zahl 2 raus. Auch merkt man nach den aktuellsten MMO-Releases, dass es nicht mehr darauf ankommt, millionen von Spielern auf seinen Servern zu haben. Diese MMO-Urzeiten sind längst vorbei. Das Essenzielle an einem MMO ist, dass es das eigene ist. Eine Unternehmen muss eben sein eigenes MMO entwickelt haben, um auf dem Spielemarkt als ernstzunehmend zu gelten. Sonst denkt sich jeder 'Hey, können die nur noch Offline-Spiele produzieren? Sowas spielt doch heute keiner mehr!'. Im Prinzip dienen MMOs nur dazu, ein Stückchen vom Marktkuchen abzubekommen. 'Content' ist dafür Nebensache. Und genau diesen Zweck erfüllt Tetris Wars perfekt."

: "Die Szene wartet nun schon seit Jahren auf ein MMO, das wieder so packend und zeitraubend wird, wie das letzte und bis dato amtierende Massen-MMO, Meridian59. Was könnt ihr dem entgegenhalten?"

Pjitnov: "Im Grunde nichts. Meridian59 ist Marktführer und wird auch immer Marktführer bleiben. Wie eben erwähnt, kommt es nicht auf 'Content' an, sondern auf Kohle. Das sieht man an Age of Conan. Ich selbst spiele schon seit Jahren MMOs und noch viel länger Tetris und da macht sich einiges an Erfahrung bemerktbar. Wie war doch gleich die Frage?"

: "Die Szene wartet nun schon seit Jahren auf ein MMO, das wieder so packend und zeitraubend wird, wie das letzte und bis dato amtierende Massen-MMO, Meridian59. Was könnt ihr dem entgegenhalten?"

Pjitnov: "Eins der größten Mankos an Meridian59 ist, dass es nicht mehr existiert. Und genau in diese Lücke wollen wir stoßen. Das haben vor uns auch schon andere versucht. Age of Conan, World of Warcraft, Ultima Online, Everquest, Lineage und wie sie alle hiessen. Aber keins davon konnte sich lange am Markt halten. Ich hab über die Jahre etliche Briefe erhalten, in denen Leute berichteten, dass sie bei den vielen schlechten Releases in den letzten Jahre doch lieber wieder Tetris spielen. Und genau das ist der springende Punkt, warum ich glaube, dass Tetris, und dann sogar in neuem MMO-Gewand, DAS MMO der Zukunft wird."

: "Wie sieht das Team hinter Tetris Wars aus? Wieviele Leute arbeiten daran und sind bekannte Namen dabei?"

Pjitnov: "Vorallem meiner. Ansonsten sind über 100 Programmierer, Grafiker, Promoter und Bänker im Team. Die sieben Programmierer bilden den Kern des Entwicklungsteam, das in ständigem Austausch mit den beiden Grafikern steht. Für alle Promotiontätigkeiten konnten wir Erling Ellingson ins Boot holen, der in der Szene bisher als Paradeclown von Funcom und diversen Fetischstreifen bekannt war."

: "Die Spieler werden jetzt schon heiss auf das Spielen von Tetris Wars sein. Wann erwartet uns die Beta-Phase und damit die Chance, ins Spiel einzusteigen?"

Pjitnov: "Das Wort 'Beta' ist in Entwicklerkreisen nicht mehr aktuell. Heutzutage geht man direkt von Alpha zu Release und lässt die Würfel rollen. Viele Spieler fordern das als zusätzlichen Unterhaltungsfaktor. Da niemand vorhersehen kann, wie sich ein MMO entwickelt, verbringen viele Spieler mehr Zeit in Foren, um sich über Spiele und deren Entwicklung auszulassen, statt mit dem eigentlichen Spielen. Daher haben wir uns auch ein ganz neues Preismodell einfallen lassen. Das Spielen selbst kostet nichts mehr. Der Forenzugang und das Eintragen von Nachrichten, ist jedoch kostenpflichtig."

: "Das heisst also, in Zukunft werden Spiele nur noch als Anreiz benutzt, um die Spieler in die Foren zu locken und das eigentliche Geschäft findet dort statt?"

Pjitnov: "Ja, definitiv. Diese Entwicklung war schon lange abzusehen. Niemand möchte heute mehr 'Questen' und 'Leveln'. Das ist doch immer der selbe Scheiß! Selbst die süchtigsten Kellerkinder haben inzwischen ihren Schniedel entdeckt oder versuchen über die Freundin zu rutschen, statt in virtuellen Pixelwelten monotone Aufgaben zu erledigen, die sich bis auf den Namen jedensmal gleichen. Da kommt man sich als Spieler früher oder später für dumm verkauft vor."

: "Und trotzdem wollt ihr ein weiteres MMO veröffentlichen?"

Pjitnov: "Ja, mit Kästchen."

: "Wir bedanken uns für das Gespräch!"

Pjitnov: "Ich danke auch. GEBT GELD FÜR UNSER SPIEL AUS! Dumme Spacken..."